Technische Keramik, Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Siliziumnitrid, Keramikbearbeitung, Präzisionsteile, Wellen

Der Sprung über den großen Teich brachte die Erleuchtung

Ceratec - Vom Garagenbetrieb zum High-Tech Unternehmen

Kredenbach. Man kann es durchaus eine Erfolgsgeschichte nennen. Es ist die Geschichte einer kleinen Siegerländer Entwicklungsfirma für technische Keramik, die sich zu einem veritablen mittelständischen Unternehmen gemausert hat. Vor 17 Jahren nahm die Entwicklung der Kredenbacher Ceratec GmbH in der privaten Garage von Reiner Engelhardt ihren Anfang. Fast so wie bei Bill Gates - auch sein Traum begann bekanntlicherweise in der Garage.

Die beiden Freunde Reiner Engelhard und Joachim Horbrügger unternahmen 1987 eine Reise in die USA. Dort lernten sie durch Zufall einen gebürtigen Netphener kennen, der als Ingenieur im Silicon Valley bei einem Unternehmen beschäftigt war, das sich auf die Herstellung von technischer Keramik, hauptsächlich für die dort ansässige Computerindustrie spezialisiert hatte. Sichtlich beeindruckt von dessen Erzählungen traten sie wieder den Heimweg an. Von hoher Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit, elektrischer und thermischer Isolation sowie extremer Temperaturfestigkeit der Keramik hatte der Netphener geschwärmt. Das sind doch alles hervorragende Werkstoffeigenschaften, dachten sich die beiden Siegerländer und mussten feststellen, dass die Keramik als hochwertiger, technischer Werkstoff hier zu Lande noch längst nicht den Stellenwert hatte, wie in den USA. Sie erkannten das enorme Potenzial und die Idee zur Selbstständigkeit war geboren. Also fuhren sie einige Zeit später erneut in die USA. Im Tal des Silicon Valley, das seit Jahren ein Magnet für die klügsten Köpfe aus aller Welt ist, informierten sie sich inmitten von über 7000 Software- und Elektronikfirmen über die verschiedenen Herstellungsverfahren und Einsatzgebiete von technischer Keramik. Die Produkte, die zu einem großen Teil auch in der Elektrotechnik und der Chip-Technologie eingesetzt werden, hatten es den beiden schon beim ersten Besuch angetan. So gründeten Sie nach dem erneuten Sprung über dem großen Teich im Jahre 1988 in Deutschland die Engelhardt & Horbrügger GbR, untergebracht in einer Garage. Erste Schleif- und Formgebungsmaschinen wurden angeschafft, weitere folgten. Und siehe da - fortan entpuppte sich die Herstellung von technischen Keramikprodukten zur lukrativen Nebenerwerbs-Quelle. Nebenerwerb deshalb, weil Reiner Engelhard und Joachim Horbrügger zu diesem Zeitpunkt noch in Festanstellung bei einem großen Stahlkonzern beschäftigt waren. Gemeinsam wollte man aber einen Neuanfang als Selbstständige wagen. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, denn schon nach drei Jahren hatten sich die hohen Investitionen in den Maschinenpark amortisiert. Aus der GbR war inzwischen die Ceratec GmbH geworden, einige Aushilfen sorgten für personelle Unterstützung. Den alten Arbeitsplatz hatten beide Jungunternehmer längst gekündigt.

Erhebliche Platzprobleme und der inzwischen deutlich erhobene Zeigefinger des Gewerbeaufsichtsamtes zwangen die beiden Unternehmer 1996 schließlich zum Neubau im Industrie- und Gewerbegebiet Ferndorftal. Es entstanden 400 Quadratmeter Produktionsfläche. 2003 wurde die Halle dann noch einmal um 800 auf derzeit 1200 Quadratmeter erweitert.

Heute beschäftigt die Ceratec GmbH insgesamt 16 Mitarbeiter. Ab September sogar erstmals einen Azubi als Zerspanungstechniker. Neben Funktionslösungen in keramikgerechter Ausführung konzentriert man sich in der Ingenieurkeramik auf High-Tech-Anwendungen. Das Thema Innovation steht ständig im Fokus. So bietet Ceratec seinen Kunden häufig sehr spezifische Problemlösungen an, wenn es beispielsweise um Sonderlösungen für Verschleißschutz im Maschinenbau, im Besonderen in der Schweißtechnik, geht. „Wir beliefern zum größten Teil Kunden in Deutschland und Europa, aber auch in Übersee ist der Name Ceratec längst bei vielen Unternehmen ein Begriff”, erklärt Geschäftsführer Reiner Engelhard. „Ich glaube wir sind deshalb so erfolgreich, weil wir die Fähigkeit haben, die Kundenproblematik schnell zu erkennen. Wir haben einfach das nötige Know-how und einen entsprechend umfangreichen und technologisch hochwertigen Maschinenpark, um entsprechende Lösungen anzubieten. Beratung, Engineering, Prototyping und Serienfertigung sind darüber hinaus aus einem Guss”, ergänzt sein Partner Joachim Horbrügger.

Die Keramik-Produkte von Ceratec kommen neben der Schweißtechnik im Maschinen- und Vorrichtungsbau, der Laser- und Halbleitertechnologie sowie der Luft- und Raumfahrttechnik zum Einsatz. Aber warum hat man sich bei Ceratec ausgerechnet auf technische Keramik spezialisiert? Antwort: Keramische Werkstoffe haben ganz spezifische Eigenschaften, die in vielen Beziehungen von anderen Werkstoffen nicht erreicht werden. So behält der Werkstoff beispielsweise auch bei 1400 Grad Celsius seine volle Funktionsfähigkeit in engsten Maßtoleranzen bei. Gerade in dem sensiblen Bereich der Luft- und Raumfahrttechnologie ist das eine entscheidende Eigenschaft. Außerdem sind keramische Werkstoffe resistent gegen Säure und andere chemische Stoffe. Zudem punktet der Werkstoff mit einem hohen elektrischen Isoliervermögen. So verhindert beispielsweise in der Medizintechnik ein mit technischer Keramik ummanteltes Röntgenrohr das unkontrollierte Austreten der radioaktiven Strahlung. In der Schweißtechnik eignen sich Keramik-Bauteile hervorragend für den Einsatz als Positionier- oder Zentrierhilfen im Schweißprozess. Die Oberflächenhärte des Materials garantiert exakte Genauigkeit trotz hoher Temperatur auch nach unzähligen Schweißvorgängen. „So ganz genau wissen wir selbst oft nicht, wo unsere Produkte zum Einsatz kommen”, erklärt Joachim Horbrügger.

Entgegen der allgemeinen Wirtschaftsflaute blickt die Ceratec GmbH optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen arbeitet seit langer Zeit mit diversen Forschungseinrichtungen und Hochschulen zusammen. Reiner Engelhard: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die positive Unternehmensentwicklung fortsetzen können und darüber hinaus auch neue Geschäftsfelder erschließen werden.” Welche das sein könnten, will der Geschäftsführer allerdings noch nicht verraten. Nur soviel: Die nächste USA Reise steht bereits an!

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